Occasionen

Autoscout und Comparis melden Occasionenboom

Der Virus verändert zur Zeit unser Mobilitätsverhalten. Im Mai 2020 verzeichnete Comparis 78 Prozent mehr Online-Suchafragen nach gebrauchten Motorrädern als im Vorjahr. Einen ähnlichen Boom erkennt Autoscout24: Occasionsfahrzeuge sind während Corona in der Schweiz teurer geworden. Auch nach den ersten Lockerungen blieben die Preise höher als vor dem Notstand, allerdings normalisiert sich der Zustand langsam wieder.

Veröffentlicht am 25.06.2020

Autoscout24: Occasionen sind teurer geworden
Occasionsfahrzeuge sind während Corona in der Schweiz teurer geworden. Auch nach den ersten Lockerungen blieben die Preise höher als vor dem Notstand. Experten von AutoScout24 rechnen jedoch damit, dass sich dies nach gegebener Zeit wieder normalisieren wird und sich die Preise wieder an jene vor Corona angleichen werden.

Wie ein Blick auf die Onlineplattform AutoScout24 zeigt, fanden Menschen, die nach einem Occasionsfahrzeug suchten, in den Monaten März, April und Mai überdurchschnittlich viele Angebote. «Dieser Anstieg hat vor allem damit zu tun, dass wir unseren Kunden angeboten haben, ihre kompletten Fahrzeugbestände ohne Mehrkosten zu inserieren. Diese Massnahme wurde sehr dankbar angenommen und wir hatten teilweise über 187’000 Fahrzeuge online», erklärt Maurice Acker, National Sales Director von Autoscout24.

Auffallend jedoch: die Preisschilder der Gebrauchtwagen waren höher als vor dem Notstand. So stieg der durchschnittliche Occasionspreis der Händler-Angebote von Mitte März bis Ende April mit 28’038 Franken kurzzeitig um über sechs Prozent im Vergleich zu vor dem Notstand (26’371 Franken) an. Nach den ersten Lockerungen Ende April bis Anfang des Junis war dieser durchschnittliche Occasionspreis der Händler-Angebote rund vier Prozent höher als vor dem Notstand (27’387 Franken). «Wir sehen, dass die Preise wieder sinken und sich dem gewohnten Niveau annähern. Trotzdem müssen wir aber wohl davon ausgehen, dass noch weiterhin etwas mehr für Occasionen bezahlt werden muss, als im Vorjahr zu dieser Zeit», erklärt Maurice Acker.

«Gute Occasionen werden gesucht sein»
Während die Experten davon ausgehen, dass sich das Preisniveau bei Gebrauchtwagen mit der Zeit wieder einpendeln wird, findet Maurice Acker für den Neuwagenmarkt andere Worte. «Da bei vielen Autowerken weiterhin noch nicht wieder zu 100 Prozent produziert wird, können weniger Neuwagen importiert und gelistet werden. Viele Hersteller haben Verkaufsaktionen lanciert und mit einem Nachschub-Problem zu kämpfen.» Dies sei auch ein Grund warum gute Occasionen in den nächsten Monaten gefragt sein würden.

Egal ob für Menschen, die in den letzten Monaten nach einem Auto gesucht haben oder für Händler oder Privatleute, die ein Fahrzeug verkaufen wollten: die Corona-Situation hat das Vorhaben nicht erleichtert. Der Automobilmarkt ist wie viele andere Märkte stark von der Situation betroffen. Erste Anzeichen einer Erleichterung sind mit der neuen Normalität aber langsam ersichtlich.

 

Comparis: Corona-Krise treibt Nachfrage nach Motorrädern hoch 
Die Corona-Krise verändert zumindest kurzfristig unser Mobilitätsverhalten. Im Mai 2020 verzeichnete Comparis 78 Prozent mehr Online-Suchanfragen nach Motorrädern als im Vorjahr. Das Interesse an Motorradversicherungen hat im selben Vergleichszeitraum um 52 Prozent zugenommen. «Die Angst vor einer Ansteckung im öffentlichen Verkehr ist eine mögliche Erklärung für die hohe Nachfrage», sagt Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer. Mehr als drei Viertel der zurückgelegten Distanzen in der Schweiz wurden seit Mitte März mit den individuellen Verkehrsmitteln bewältigt .

Dieser Trend spiegelt sich auch in der Motorrad-Nachfrage, wie eine Analyse des Online- Vergleichsdienstes Comparis zeigt. So verzeichneten die Suchanfragen auf dem Motorrad-Marktplatz von Comparis im gesamten Monat Mai ein Plus von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Lockerungen sorgen für Boom bei Motorrad-Suchen
In der ersten Lockdown-Woche von 16. bis 22. März 2020 hatte die Suche nach Motorrädern im Vergleich zum Vorjahr noch 28 Prozent tiefer gelegen. Doch danach stieg das Interesse nach Zweirädern deutlich. Nach den ersten Lockerungsschritten des Bundesrates in der 18. Kalenderwoche verzeichneten die Suchanfragen auf Comparis bereits ein Plus von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der zweite Lockerungsschritt am 11. Mai (Kalenderwoche 20) führte in der zweiten Mai-Hälfte sogar zu einer Verdoppelung der Nachfrage nach Zweirädern gegenüber der Vorjahresperiode.

«Die Angst vor einer Corona-Ansteckung im öffentlichen Verkehr ist eine mögliche Erklärung für die hohe Nachfrage», sagt Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer. Die Zahl der Suchanfragen sei zudem ein Indiz, dass in der Schweiz wohnhafte Personen auch künftig vermehrt auf den individuellen Verkehr umsatteln.

Deutlich erhöhte Nachfrage nach Motorradversicherungen
Neben dem hohen Interesse bei den Motorrädern registriert Comparis auch eine erhöhte Nachfrage bei den Motorrad-Versicherungen. Im Mai wurden rund 52 Prozent mehr Versicherungsangebote angefragt als noch im Vorjahreszeitraum. «Die hohe Nachfrage nach Versicherungsprodukten untermauert das hohe Interesse an den Motorrädern», so Auer.

Verschärfte Führerscheinzulassung beschleunigt Kaufverhalten
Nebst Corona dürfte es laut Auer noch einen weiteren Grund für den Nachfrageboom geben: Ab nächstem Jahr gelten für die Führerscheinzulassungen bei den besonders leistungsstarken Motorrädern strengere Richtlinien. Motoradlenker müssen mindestens zwei Jahre lang leichtere Motorräder fahren, bevor sie für grössere Maschinen zugelassen werden. «Wahrscheinlich planen deshalb einige Motorradfans noch im laufenden Jahr die Prüfung abzulegen und suchen sich dafür das passende Fahrzeug», so Auer.

Und schliesslich dürfte laut Auer die Lust auf Ferien im Ausland durch vorherrschende Schutzmassnahmen und einer drohenden zweiten Corona-Welle getrübt. «Vor diesem Hintergrund verbringen mehr Personen ihre Ferien in der Schweiz – und manche womöglich mit Vorliebe auf dem Sattel eines Motorrads», sagt Auer.

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