Gerettet

GIMS 2022: Der Genfer Automobilsalon lebt

Der Genfer Automobilsalon, oder neudeutsch GIMS 2022, lebt wieder. Messechef Sandro Mesquita hat einen lange ausgehandelten Deal positiv abgeschlossen berichten Brancheninsider. Das Geld kommt aus Nahost.

Veröffentlicht am 13.08.2021

Die Bilder des Salons von 2020 gingen um die ganze Welt. Ein Salon, mitten im Aufbau, jäh beendet durch die Entscheidung des Bundesrats mit dem Verbot von Grossveranstaltungen zur Eindämmung der Covid-Pandemie. Bezahlte Standgebühren, gebuchte Hotels, bestelle Messestände – für die Hersteller war der per se teure Salon in seiner 2020er Ausgabe ein finanzielles Totaldesaster.
 
Auch die Stiftung die die GIMS organisiert kam finanziell ins Schleudern. Der Verlust durch die kurzfristige Absage belief sich auf über 11 Millionen Franken. Kaum zu stemmen für den Veranstalter, zumal es weiteren Ärger mit der Palexpo gab. Doch Neu-Messechef Sandro Mesquita gab sich stets kämpferisch und nun mehren sich die Meldungen, dass er die GIMS 2022 tatsächlich auf die Beine gestellt bekommt.

GIMS 2022 mit Petrodollars gerettet

Seit Monaten hielten sich die Gerüchte um Verhandlungen mit der Qatar Holding. Auch wenn weder Mesquita, noch der Staatsfonds aus dem Wüstenstaat bisher eine Einigung bestätigen wollen, so scheint der Salon vom 19. Bis 27. Februar 2022 seine Tore zu öffnen. Die Rolle der Holding, als Anteilseigner von Credit Suisse, Glencore und Volkswagen vor Grossinvestitionen nicht zurückschreckend, ist indes noch unklar.
 
Ging man bisher von einer Teilhaberschaft aus, scheint sich die Rolle nun auf eine Kreditvergabe und den Erhalt von Know-how und Organisationskompetenz zu fokussieren. Denn neben der dringend nötigen Finanzspritze für die Stiftung ist man in Katar gewillt eine eigene Autoshow auf die Beine zu stellen – organisiert aus der Schweiz.

In welcher Form werden wir die GIMS 2022 erleben?

Wieviel Platz künftig noch für Automessen bleiben wird und in welcher Form diese stattfinden bleibt ebenfalls eine unbeantwortete Frage. „Man möchte nicht mehr reine Ausstellermesse sein, sondern eine Erlebnismsse“, so Mesquita. Es wird deshalb Probefahrtmöglichkeiten geben, Sim-Racing bekommt eine eigene Fläche und auch Diskussions-Panels und Konferenzen sollen die GIMS 2022 von einer Messe zu einem Think-Tank weiterentwickeln.
 
Mit besonderer Spannung erwartet die Stiftung deshalb die IAA Mobility 2021 in München, die in gut drei Wochen ihre Tore in der ganzen Stadt verteilt eröffnet. Gut möglich, dass bei einem funktionierenden Konzept ein paar der Ideen ihren Weg an den Lac Léman finden.

Text: FM
Bilder: PR, GIMS (1)

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