Chevrolet Bolt / Opel Ampera-e

GM – E-Auto-Drama geht weiter

"Hier bahnt sich ein PR-Debakel sondergleichen an, denn das Tauziehen um die anhaltende Batteriebrandgefahr beim Elektroauto Chevrolet Bolt wird für den grössten US-amerikanischen Autohersteller General Motors nicht nur immer teurer, sondern auch in der Aussenwirkung immer peinlicher", haben wir im September 2021 geschrieben. Jetzt wurde von GM bekannt gegeben, dass die Produktion des Chevrolet Bolt EV noch mindestens bis Anfang April 2022 ausgesetzt wird. Alle bisher gebauten Fahrzeuge – insgesamt 142'000 Stück – mussten zurück gerufen werden. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg zudem berichtet, hat GM einigen Bolt-Kunden geraten, ihre Fahrzeuge bis auf Weiteres mindestens 50 Fuss – umgerechnet gut 15 Meter – von anderen Fahrzeugen entfernt zu parkieren. Das Problem hat natürlich nicht nur der Chevrolet Volt, sondern auch der praktisch baugleiche Opel Ampera-e, der jedoch nicht mehr hergestellt wird.

Veröffentlicht am 16.02.2022

Bei den Kunden dürfte das nicht besonders gut ankommen: Sie sind ohnehin schon dazu aufgefordert, ihre Autos unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zu benutzen, um Batteriebrände zu verhindern. So sollen sie den Akku nur bis zu ungefähr 90 Prozent aufladen und ihre Autos stattdessen lieber häufiger an die Steckdose legen. Ausserdem sollen sie nach Möglichkeit nicht unter eine Restreichweite von etwas mehr als 100 Kilometern fallen. Vom Laden in der Garage über Nacht wird darüber hinaus abgeraten.

Die Produktion des GM-Elektromobils, von dem es zwischenzeitlich ein Facelift gibt, wurde ausgesetzt und soll nicht vor Anfang April 2022 wieder aufgenommen werden.


Schwarzer Peter wird weitergegeben

GM hat bislang zehn solcher Brände bestätigt, die US-Verkehrsaufsicht NHTSA spricht von mindestens 13 Fällen. Der Konzern hat mittlerweile alle Exemplare des Bolt wegen des Problems zurückgerufen und vereinzelt Fahrzeuge von wütenden Besitzern zurückgekauft. 

General Motors hatte bereits im November 2020 erstmals einen Rückruf des Chevrolet Bolt gestartet, um das Problem zu beheben – scheinabar erfolglos. GM hofft dem Bericht zufolge, die dadurch entstandenen Kosten in Milliardenhöhe an den Batteriezulieferer LG Chem weiterzureichen, weil die Ursache in der Herstellung der Batterien in den LG-Werken in Michigan und Südkorea liege. Der Grossteil der betroffenen Fahrzeuge wurde in den USA verkauft, der Rest in Kanada. 

In Europa betrifft das Problem den mit dem Chevy Bolt baugleichen Opel Ampera-e. Opel hat die Batterien dieses Modells bereits ausgetauscht.

Text: Stefan Fritschi und automobilwoche.de
Fotos: GM

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