Test

Kia Sportage – Echter Europäer

Die fünfte Sportage-Generation präsentiert sich fitter denn je. Sie hat in allen Belangen richtig zugelegt und wird zum ernsthaften Konkurrenten des VW Tiguan.

Veröffentlicht am 15.03.2022

Kia weiss, was die Stunde geschlagen hat. Man macht sich fit für den europäischen Markt und hat den Sportage erstmals speziell für dieses Umfeld konzipiert und entwickelt. Das ist auch nötig. Rund zwei Millionen Fahrzeuge verkauften die Koreaner seit Einführung des Modells im Jahr 1993. Rund 750 000 Einheiten entfielen davon auf Europa. Einen richtigen Tsunami hat man im Haifischbecken der C-SUVs damit aber nicht ausgelöst. Hier tummeln sich Grössen wie der VW Tiguan, die noch immer das Gros der Verkäufe ausmachen. Genau ihm will man die Käufer mit der fünften Generation abspenstig machen. Und dafür griffen die Koreaner mächtig tief in die Entwicklungs- und Technikkiste.

Futuristische Optik: Dem grünen Sportage wird gerne nachgeschaut.

Nichts, aber rein gar nichts erinnert mehr an den Vorgänger. Coolness, Dynamik gepaart mit einem Schuss Sportlichkeit strahlt das Sportage-Outfit aus. Dafür stehen der Tigernasen-Grill und das Boomerang-Tagfahrlicht an der Front sowie die ausgestellten Radhäuser und der Dachspoiler am Heck.

 

Gewachsene Grösse

Wachstumshormone erlangt die Neuauflage dank drei Zentimeter mehr Länge, einem Zentimeter mehr Breite sowie dem längeren Radstand von 2,68 Meter. Gerade Letzteres wirkt sich natürlich positiv auf die Platzverhältnisse im Innern aus. Vorn wie hinten gibt es ausreichend Platz. Schön und unkompliziert stellt sich die Einrichtung hinterm Lenkrad dar. Den gebogenen Screen, bestehend aus zwei ineinander kombinierten 12,3-Zoll-Screens, kennen wir bereits aus dem EV6. Der eine direkt hinterm Lenkrad platzierte beherbergt die wichtigsten Infos für den Fahrer, der andere ist als Touchscreen ausgelegt und dient als zentrale Schnittstelle für Navi, Audio und Infotainment. Alles ist einfach über eine Sensorleiste unterhalb des Displays und ohne grosse Umwege schnell zu finden und zu bedienen. Auf ein Head-up-Display muss man aber leider verzichten. 

Elegantes Hinterteil: Der Heck-scheibenwischer versteckt sich unter dem Dachspoiler. Die GT-Line kennzeichnet das schwarze Dach.

Nicht aber auf die Bequemlichkeit. Obgleich die Oberschenkelauflagen der Vordersitze recht kurz geschnitten sind, lässt es sich auf den straffen Polstern komfortabel reisen. Ja, auch auf der Fondbank. Nützliche Gadgets wie die Kleiderhaken an den Lehnen der Vordersitze, die 15-Watt-Induktionsschale in der Mittelkonsole oder der Airbag zwischen den beiden Vordersitzen ergänzen die gute Ausstattung. Dazu zählt natürlich ebenfalls eine Vielzahl an Assistenten. Den aktiven Totwinkelassistent, der bei jeder Blinkerbetätigung ein rückwärtiges Bild ins Cockpit projiziert, kennen wir bereits aus dem Sorento. Neu hinzugesellen sich der Frontkollisionswarner mit Abbiegefunktion und der Autobahnassistent, er hält den Koreaner mit eingestelltem Tempo mittig in der Fahrspur und den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Mit dem intelligenten Tempomat, der Geschwindigkeitslimits miteinbezieht und das Tempo entsprechend anpasst, sowie einem navigationsbasierten Tempomat, der mithilfe von Echtzeit-Navigationsdaten die vorgeschriebene Geschwindigkeit auf der Autobahn einstellt und vor einer Kurve das Tempo reduziert und danach das Fahrzeug wieder auf die eingestellte Reisegeschwindigkeit beschleunigt, ist man bestens bedient. Das gilt ebenfalls für die Fahrmodi Eco, Normal und Sport. Offroad-Programme wie Snow, Mud und Sand bleiben dem 265 PS starken Plug-in-Hybrid vorbehalten.

Leicht ansteigend: Dennoch ist das Stauvolumen mit seinen 526 bis 1715 Litern ordentlich.


Sicher unterwegs

Mit dem ist ab April 2022 zu rechnen. Und auch auf den Mildhybrid-Selbstzünder mit 136 PS/320 Nm müssen wir noch ein wenig warten. Somit ruht die Nachfrage zunächst auf den Schultern der 1,6-Liter-Turbobenziner als Hybrid- und Mildhybridvariante. Letztere ist in den Leistungsstufen mit 150 oder 180 PS erhältlich, während der HEV eine Systemleistung von 230 PS bereitstellt. Mit den daraus resultierenden 350 Nm ist der Koreaner ordentlich motorisiert. Erst beim Kickdown und der an ein 6-Gang-Getriebe angeflanschte 1,6-Liter Benziner gefordert wird, wirds rauh.

Sparsam: In Sachen Laufruhe und Effizienz ist der spontane Hybrid mit einer Systemleistung von 230 PS auch ein guter Langstrecken-begleiter.

Fahrdynamisch kommt dem Allradler der im Fahrzeugboden verbaute Akku zugute. So rollt der Sportage satt und sicher ab, das Handling ist agil, und die präzise Lenkung gibt ein gutes Feedback. Der Topausführung «GT-line» kommt darüber hinaus die serienmässige elektronische Dämpferkontrolle zugute. Sie eliminiert durch gezielte Eingriffe blitzschnell die Karosseriebewegungen und Lenkimpulse, damit der Koreaner weiter sicher seines Weges ziehen kann.

Fazit:
«Der Kia Sportage hat die Latte im C-SUV-Segment extrem hochgelegt – technisch, ausstattungsmässig und preislich sowieso. Da bekommt der Tiguan Mühe, mithalten zu können.»

Text: Jörg Petersen
Fotos: Kia

<< Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren:



ai-Abonnenten haben unbeschränkten Zugriff auf alle unsere digitalen Inhalte. Bitte melden Sie sich mit Ihrem Account an. Wenn Sie noch keinen Account haben, können Sie ihn HIER kostenlos erstellen. Ihre persönliche Kunden- und Abonummer finden Sie auf der Aborechnung und auf der Folie, mit der die ai verpackt zu Ihnen kommt.