Preisschock

Kraftstoffsparen – ein kleiner Ratgeber

An der Zapfsäule muss man derzeit weiterhin empfindlich hohe Preise zahlen. Die Liste guter Tipps kennt man seit Jahrzehnten, doch die meisten sind so sinnlos wie selbstverständlich. Unser kleiner Ratgeber legt den Fokus deshalb auf das Wesentliche.

Veröffentlicht am 22.04.2022

Alles hängt von der Aerodynamik ab. Der Luftwiderstand ist der mit Abstand grösste Energiefresser der automobilen Fortbewegung. Je schneller man fährt, desto höher der Verbrauch – und das sogar im Quadrat. So weit, so klar.

Die korrekte Bereifung macht einen grossen Unterschied

Doch auch wenn der Rollwiderstand nur recht untergeordnet in den gesamten Fahrwiderständen auftaucht, so darf man ihn doch nicht vernachlässigen. Zuerst gilt: Der Saison angepasste Bereifung. Ein Sommerreifen hat im Winter nichts zu suchen, auch wenn er sparsamer ist. Doch zugleich gilt: Man sollte rechtzeitig wieder umrüsten. Denn das weiche und offene Profil der Winterpneus arbeitet viel mehr als die steiferen Sommer-Pendants, mit entsprechenden Verlusten und höherem Verbrauch. Auch hilft es den Luftdruck ein wenig nach oben anzupassen. Je höher der Druck, desto kleiner die Aufstandsfläche des Reifens, desto geringer der Widerstand. Allerdings geht dies zu Lasten der Traktion. Es ist also kein Nullsummenspiel, dennoch hilft ein um 0,2-0,3 bar erhöhter Druck dem Verbrauch mehr, als dass er der Traktion schadet.

Start-Stopp-Systeme wirklich nutzen, so unkomfortabel sie auch sein mögen

Für viele geht der erste Griff nach dem Motorstart zur Abschaltung des Start-Stopp-Systems. Das unwürdige Ausschütteln und Wiederanlassen der Maschine beim blossen Ampelstopp ist nicht nur lästig, es birgt auch kaum Einsparpotenzial – so die weit verbreitete Meinung. Ein Irrtum. Selbst die älteren Systeme, die noch auf den normalen Anlasser vertrauen, lohnen sich schon ab Abstellzeiten von etwa 20 Sekunden. Die neuen 48V-Systeme mit Startergenerator bringen bereits bei gut fünf Stillstands-Sekunden einen Verbrauchsvorteil. Besonders in der Stadt summiert sich der Vorteil über die Zeit dann schon. Und die kraftvollen Mildhybrid-Systeme sind beim Anlassen mittlerweile sowieso kaum mehr spürbar.

Das A und O ist das flüssige Fahren

Der grösste Hebel für den Verbrauch liegt aber natürlich beim Motor. Hier ist aber mehr als Drehzahl und Last entscheidend, sondern vielmehr die Art und Weise, wie man die Leistung vom Motor fordert. Auch wenn moderne Aufladungs-Triebwerke viel Kraft im tiefsten Drehzahlkeller haben, so sollte man sich dort nicht zwingend aufhalten. Gerade starkes Herausbeschleunigen dort kann zu Problemen führen – nicht nur in Sachen Verbrauch, sondern sogar bis zum Motorschaden: LSPI, kurz low speed pre-ignition ist hier das Stichwort. Am wohlsten fühlen sich die Triebwerke um 2‘000 Touren und mit flüssiger Fahrweise. Möglichst konstantem Gaseinsatz für möglichst konstante Verbrennungsbedingungen. Dann können die Motorsteuerungen den Verbrennungsprozess nah ans Optimum steuern und so nicht nur den Verbrauch tief halten, sondern auch die Emissionen.

Es ist also wie so oft im Leben: Man muss schon ein wenig mitdenken. Doch dann kann man selbst mit kleinem Aufwand gute Ergebnisse erreichen. Und den Tipp vom Entfernen des Skiträgers im Sommer sparen wir uns dann – denn wer so einen Tipp nötig hat, der weiss sicher auch nicht wie der korrekte Luftdruck einzustellen ist. In diesem Sinne: Gute und sparsame Fahrt ins Wochenende.

Text: ai Online Redaktion/DF/DM
Bilder: Hersteller

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