IAA 2021

Mercedes-EQ EQE: der zweite Streich

Mit dem Mercedes-EQ EQE zeigen die Stuttgarter auf der IAA 2021 das zweite Modell ihrer EVA2-Elektroplattform. Wer in ihm nur einen etwas kleineren EQS sieht liegt gar nicht falsch, denn S und E teilen sich alle wesentlichen Features.

Veröffentlicht am 05.09.2021

Ein wesentlicher Vorteil der elektrischen Antriebe ist eine neugewonnene Freiheit in Sachen Formfaktor. Man will gesehen werden – mit konventionellem Design gelingt das nicht. Und so sorgt auch der neue Mercedes-EQ EQE für Aufsehen. Er nimmt dabei die Sprache des EQS auf, kappt aber hier und da ein paar Zentimeter in allen drei Dimensionen.

Trotzdem bleibt auch die elektrische Business-Class aus Stuttgart deutlich geräumiger als ihre Verbrenner-Pendant. Eine Hand breit mehr Schulterraum in der ersten Reihe, fast zehn Zentimeter mehr Länge im gesamten Innenraum und eine mit 65mm Erhöhung deutlich übersichtlichere Sitzposition sorgen für ein völlig neues Raumgefühl. Etwas weniger üppig fällt dagegen der Kofferraum aus: Nur 430 Liter müssen hier reichen. Das „One-Bow-Design“ mit aerodynamisch angezogenem Heck fordert hier seinen Tribut.

Der Mercedes-EQ EQE soll 660 Kilometer Reichweite schaffen

Dabei ist der Mercedes-EQ EQE 350, er wird die erste Motorisierung am Markt sein, durchaus langstreckentauglich und könnte ein entsprechend dimensioniertes Kofferabteil gut gebrauchen. Das Batteriepack der EVA2-Architektur, die auch den EQS unterbaut, kommt im EQE auf 90kWh nutzbare Kapazität. Damit errechnet Mercedes eine Reichweite von 660 Kilometern und gibt den Verbrauch mit 15,7kWh/100km an. Realistischer dürften allerdings 20kWh/100km, womit die elektrische E-Klasse auf immer noch solide 450 Kilometer kommen würde.

Denn die modernen NCM811-Zellen – Nickel, Kobal und Mangan stehen hier im Verhältnis 8:1:1 – laden wie auch schon im grossen Strom-Bruder sehr schnell nach. Trotz „nur“ 400V Batteriespannung liegt die maximale Ladeleistung bei 170kW und diese wird in einem weiten Bereich gehalten. Die Werksangabe liegt bei 35,55kWh pro 15 Minuten. Damit würde der EQE in traditioneller Tankstoppzeit Energie für weitere 250 Kilometer nachladen können.

Technische Features lesen sich wie der EQS-Katalog

Hinterachslenkung in zwei Varianten, Digital Light-LED-Matrixscheinwerfer mit 1,3 Millionen Spiegeln pro Seite, MBUX Hyperscreen mit 141 Zentimetern Bilddiagonale und Zero-Layer-Menü, HEPA-Luftfilter für Reinraum-Luftqualität und spezielle Schutzhauben zur akustischen Entkopplung der Elektromotoren vom Innenraum – die Liste der Features des Mercedes-EQ EQE liest sich völlig deckungsgleich zum grossen Bruder. Hier zeigt sich die Nähe, mit der die Autos auf ihrer gemeinsamen Architektur aufbauen.

Am Ende entscheiden nur Nuancen in Sachen Grösse und Batteriekapazität. Sicher wird der Mercedes-EQ EQE aber einen Respektabstand in Sachen Preis zum EQS wahren. Bloss kennen wir den noch nicht. Mercedes wird ihn später im Jahr nachreichen, dann gibt es auch weitere Informationen zu den noch kommenden Antriebssträngen.

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