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Neuzulassungen – Halbleiterkrise im Auto-Markt

Der Schweizer Automarkt lieferte im vergangenen Monat mit 19'422 Neufahrzeugen das schlechteste Juli-Ergebnis seit der Jahrtausendwende ab. Grund: Lieferprobleme infolge des Mangels an Halbleitern bei der Fahrzeugproduktion.

Veröffentlicht am 04.08.2021

Die Fahrzeughersteller wurden im Juli ausgebremst. Gegenüber den 22'641 Neuzulassungen im Vorjahresmonat schrumpfte der Auto-Markt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein um
14,2 Prozent. Doch es scheint ein Ende in Sicht, da einige Hersteller bereits ein absehbares Ende der Nachschubproblematik in Sachen Lieferprobleme bei den Halbleitern in der Fahrzeugproduktion melden. «Wir erleben gerade die Talsohle der Halbleiterkrise, die uns härter trifft als ursprünglich erwartet», sagt auto-schweiz-Direktor Andreas Burgener. «Die Knappheit an elektronischen Bauteilen und Chips bei Herstellern und Zulieferern hat ein enormes Ausmass angenommen. Wir sehen aber Licht am Ende des Tunnels und hoffen, dass sich die Lage im vierten Quartal normalisiert.» Im kommenden Jahr seien dann wahrscheinlich keine Einschränkungen mehr zu spüren, so Burgener abschliessend.

Seit Jahresbeginn sind somit 143'969 Neuwagen auf die Strassen der Schweiz und Liechtensteins gekommen. Das sind 14,4 Prozent mehr als in den ersten sieben Monaten des «Corona-Jahres» 2020.

Hoher Alternativ-Marktanteil

Mit 40,8 Prozent Marktanteil waren im Juli vier von zehn neuen Personenwagen, die im Juli auf die Strassen kamen, mit einen Hybrid-, Elektro-, Gas- oder Brennstoffzellenantrieb ausgestattet. Der kumulierte Marktanteil dieser Antriebe liegt bei 39,2 Prozent. Somit verdoppelten batterieelektrische Modelle (14'175, +111,8 %), Plug-in-Hybride (12'156, +116 %) und Hybride ohne externe Lademöglichkeit (29'938, +107,4 %) ihre Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Alternativ-Marktanteil betrug zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres nur gut die Hälfte des aktuellen Wertes (21,6 %).

Verbrenner auf absteigendem Ast

Mit 8890 beziehungsweise 2615 verkauften Einheiten erlitten auch die Benziner und Diesel eine empfindliche Schlappe und büssten gegenüber dem Vorjahresmonat 25,7 beziehungsweise 54,6 Prozent ein. Ja, selbst der Marktanteil der Allradler ging im Juli mit 8712 verkauften Einheiten gegenüber dem Vormonat um 18,3 Prozent zurück.

Einer der grossen Gewinner war Hyundai. Mit 670 Neuzulassungen – ein Plus von 42,9 Prozent gegenüber Juli 2020 – rangieren die Koreaner noch vor Toyota (992 Einheiten, +27,3 %) und hinter Jaguar (83, +48,2 %) auf Platz 2 der Top 3. Den französischen Marken erging es nicht so gut. Renault, Citroën und Peugeot schlossen den Juli mit einem Minus von 46,0, 26,7 beziehungsweise 35,0 Prozent ab.

Text: Jörg Petersen
Fotos: auto-illustrierte

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