"Weltklimakonferenz" Glasgow – Alle gegen das Auto

Alle gegen das Auto: Auf der so genannten "Weltklimakonferenz" in Glasgow hat man Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zum Sündenbock gestempelt, und daher wollen mehr als 20 Staaten sich auf ein Datum für das Ende des Verbrennungsmotors festlegen. Auch sechs grosse Autohersteller wollen sich schon vorzeitig zum Abschied vom Hubkolbenmotor verpflichten: Mercedes, Ford, General Motors, Volvo, BYD und Jaguar Land Rover. Nicht mitmachen wollen Volkswagen, Toyota oder BMW. Sie bleiben weiterhin offen für alle Antriebsarten und wollen kein einseitiges Votum für das Elektroauto unterschreiben.

Veröffentlicht am 10.11.2021

Zwei Dutzend Staaten wollen sich in Glasgow auf ein Enddatum für Autos mit Verbrennermotor festlegen. Zu der Allianz gehören bislang 24 Staaten (ohne die Schweiz!), sechs grosse Auto-Hersteller sowie einige Städte und Investoren, wie der britische Gastgeber des Klimagipfels mitteilte. Detaillierte Infos zu den Unterzeichnern gab es vorab nicht.

Die beteiligten Regierungen wollen "darauf hinarbeiten, dass alle Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2040 weltweit und in den führenden Märkten bis spätestens 2035 emissionsfrei sind". Die Autokonzerne sollen demnach anstreben, spätestens 2035 in führenden Märkten nur noch so genannt "emissionsfreie" Autos und Vans zu verkaufen. Welche Konsequenzen ein solch einseitiger Entscheid zugunsten einer  bestimmte und zudem nicht per se umweltfreundlichen Techonologie hat, scheint die Politiker nicht zu interessieren.


Positive Signale aus Deutschland

Immerhin gibt es Hoffnung aus unserem Nachbarland. Ob Deutschland die Erklärung unterzeichnen wird, war bisher noch unklar. Aus dem deutschen Umweltministerium hiess es, dass es dazu noch keine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gebe. Bis zum späten Dienstagabend berieten die Verhandler auf der Klimakonferenz noch. Der scheidende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte dem Vorstoss zuvor eine Absage erteilt. 

Scheuer sagte vor Journalisten: "Der fossile Verbrenner wird 2035 auslaufen. Die Verbrennertechnologie wird aber weiterhin gebraucht. Wir wollen sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen und die Vorteile der Technologie erhalten." Die geplante Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen aber nicht. Deshalb sei sein Ministerium entschieden dagegen. Aus dem Verkehrsministerium hiess es, das sei auch Linie der deutschen Regierung.

Text: Stefan Fritschi und dpa

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